[Rezension] Fadi kocht syrisch

Liebe Foodies,

heute möchte ich euch noch ein zweites ehrenamtliches Kochbuch-Projekt mit Bezug zu Syrien vorstellen. Der Umsatz, den das Projekt „Fadi kocht syrisch“ generiert, wird der SyrienHilfe e.V. gespendet, die Kinder direkt in Syrien unterstützt. Ein Grund das Buch zu erwerben, aber es gibt noch viele mehr, die ich in den nächsten Minuten gerne aus meiner Sicht vorstellen möchte.

Fadi kocht syrisch 1

Beim ersten Durchblättern und Überfliegen des Buches hat mich vor allem ein Satz angesprochen und bevor ich euch weiter vom Buch, dem Inhalt und dem Autor erzähle, möchte ich ihn gerne mit euch teilen.

Gastfreundschaft kennt in Syrien keine Grenzen. Wo immer man hinkommt, zu welcher Tages- oder Nachtzeit, das gemeinsame Teetrinken steht am Anfang vieler Zusammentreffen. (S. 14)

Fadi kocht syrisch 2
Bildnachweis © Fotodesign Peter Oppenländer http://www.peter-oppenlaender.de

Fadi Alauwad ist ein syrischer Fernsehkoch und floh 2014 mit seiner Familie von Syrien nach Deutschland. Ein hartes Schicksal mit dem diese Familie leben – und derzeit noch viele andere  – muss. Aber was kann einem besser über Schmerz, Verlust und Trauer hinweg helfen als gemeinsam mit dem Gastland ein Buch über die eigene Heimat, die eigene Kultur und das heimatliche Essen zu verfassen? Einfach gesagt, den Menschen zeigen was einen ausmacht, wo man herkommt und etwas mit ihnen teilen… ich für meinen Teil war schon immer fasziniert von anderen Kulturen und kaufe mir daher in jedem Land, das ich bereise, ein Kochbuch – falls mir das Verständnis möglich ist, sogar in Landessprache. Essen war und ist für mich ein wichtiger Bestandteil von Kultur und Heimat, sodass ich auch dieses besondere Werk ausländischer Kultur gerne mit euch teile. Unter den beiden syrischen Kochbüchern, die ich euch auf meinem Blog vorgestellt habe, waren beide zugunsten von Vereinen oder Stiftungen, die Menschen unterstützen, die Hilfe benötigen und beide haben meine Herz berührt. Und nichts bringt Menschen enger zusammen als das Teilen von Essen als Austausch von Kulturellem.

Fadi Alauwad nimmt einen mit auf eine kulinarische Reise durch sein Heimatland und dazu gehören nicht nur die Rezepte sondern auch kurze Reiseberichte der SyrienHilfe e.V., die Vorort arbeitet. Das Kochbuch beginnt also mit einer kleinen Einführung über das Herzensprojekt, das von 10 ehrenamtlichen Helfern zusammengestellt wurde und zwei kleinen, umwerfend geschriebenen Reisegeschichten. Aber auch die Erklärungen der Eigenheiten und Grundlagen der syrischen Küche kommen im ersten Teil nicht zu kurz. Prägnant schildert der Autor was die syrische Küche ausmacht, welche Gewürze wichtig sind und welche landestypischen Zutaten es gibt. Wenn man die syrische Küche – so wie ich – aus gerade einmal zwei – diesem hier eingeschlossen – Kochbüchern kennt, dann ist das eine hervorragende Einführung, die einen träumen lässt.

Schwarzer Pfeffer, Kardamom, Zimt, Anis, Kreuzkümmel, Nelken, Lorbeerblätter, Oregano, Minze (S. 22)

Könnt ihr diese Komposition schon riechen? Die Gewürze von einem offenen Markstand? Die Gewürze in einem syrischen Haushalt, einem Restaurant? Lässt euch das nicht auch von leckerem Essen träumen? Sicherlich kennen wir alle diese Gewürze und haben sie vermutlich auch zu einem großen Teil zuhause, aber so echte syrische Rezepte aus erster Hand? Nein? Niemand? Nun ja, nun könnt ihr zumindest mit diesem Buch einen Teil der echten syrischen Küche zu euch nach Hause holen, denn Fadi Alauwad ist echt – mit echten syrischen Wurzeln, echtem Schicksal und echter syrischer Küche. Bis ins kleinste Detail kann man sich hier der syrischen Küche annähern, denn sogar das Rezept für ein arabisches, dünnes Fladenbrot versteckt sich in einer Randnotiz, für den Fall, dass man es mal nicht in einem arabischen oder türkischen Laden finden sollte.

Nach diesem ersten aufregenden Tag unserer Reise in die syrische Welt, nimmt uns Fadi Alauwad endlich mit in seine Rezeptwelt. Angefangen bei kalten und warmen Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen hin zu einem landestypischen Getränk ist alles dabei und lässt keinen Wunsch offen. Unter den Hauptspeisen findet man sogar 7 rein vegetarische und ich bin sicher viele von euch finden für die anderen Rezepte vegetarische Varianten. Und unter den süßen Rezepten gibt es eines namens „Barazek“, das ich euch heute zeigen möchte. Kennt ihr nicht? Ich kannte es auch nicht bevor ich das Kochbuch gelesen habe, aber seht euch diese leckeren Bilder einmal an:

Barazek ist ein Sesamkeks, dessen Tradition seit Generationen in Damaskus weitergeben wurde. Ich habe sie mit meinen Kollegen_Innen und Freunden_Innen geteilt, ganz wie es die syrische Kultur und Küche möchte und natürlich auch mit einem Gläschen Tee, denn Gastfreundschaft ist ein wichtiges Gut in Syrien.

Um Barazek zuzubereiten müsst ihr Folgendes einkaufen:

  • 500 g Mehl
  • 250 g Qatr (Zuckersirup)*
  • 125 ml Milch
  • 75 g Butter
  • 25 g Margarine
  • 10 g Backpulver
  • 10 g Vanille
  • 100 g zerdrückte Pistazien
  • 200 g geröstete Sesamkerne
  • Salz

*Den Quatr kann man nach einer Anleitung im Buch auch selbst herstellen.

So bereitet ihr die syrischen Sesamkekse zu:

  1. Butter, Margarine, Quatr und jeweils die Hälfte der Pistazien und des Sesams in einer Schüssel vermischen.
  2. Für den Teig Mehl, Milch, Backpulver, eine Prise Salz, Vanille und jeweils die Hälfte der Pistazien und des Sesams mischen und zu einem Teig verkneten. Den Teig nun für eine Stunde im Kühlschrankruhen lassen.
  3. Ca. einen Löffel Teig nehmen, auf ein Blech legen und zu einem flachen Taler formen. Auf die Taler nun die süße Mischung aus Fett, Sirup, Pistazien und Sesam geben.
  4. bei 180 Grad für etwa 10 bis 15 Minuten backen.

Ganz besonders bezaubernd finde ich die Kommentare und Einblicke, die Fadi Alauwad bei jedem Rezept in sein Leben, seine Gefühle und seine Familie gewährt. So wurde durch tolle Zusammenarbeit ein Buch von Qualität und Liebe geschaffen, das ich euch gerne ans Herz lege. Wer die syrische Küche nicht kennt und dieses Buch kauft, wird nicht nur überrascht sein sondern auch vieles bestaunen und einiges nachkochen wollen. Zumindest darf ich das über mich sagen – jemanden, der die syrische Küche bisher überhaupt nicht kannte und jetzt umso faszinierter ist von der (Ess-)Kultur des Landes.

Hard-Facts zum Buch:

  • weitere Informationen und Bezug über die Website Fadi koch syrisch
  • Hardcover
  • Seitenzahl: 119 Farbseiten
  • Erscheinungsdatum: 18.11.2015
  • Preis: € 19,90

Fadi kocht syrisch 4

Was bleibt mir jetzt noch groß zu sagen, außer „Herzlichen Dank, Fadi Alauwad und ein großes Danke auch an alle ehrenamtlichen Helfer_Innen“ für dieses großartige Projekt.

Liebe Grüße,

Sara

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Ich danke für die herzliche Unterstützung und Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Diese Rezension wurde unabhängig und unbeeinflusst verfasst und meine persönlichen Eindrücke und Meinung über das bereitgestellte Exemplar wider. Vielen Dank.

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Ein Kommentar zu „[Rezension] Fadi kocht syrisch

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